Newsletter
an-/abmelden

kurz nach-denken

HomeÜber michGleichnisseBuch-TippsHeil-QuellenWeg-WeiserGlücklich seinGegenargumenteDenk-AnstößeVorträgeDownloadLinksImpressum
 

<<vorige Seite nächste>>

”kurz nach-denken” über innere (Un-)Ruhe:


Jetzt, wo ich das Leben erreicht habe, das ich mir immer erträumt habe (selbstbestimmt, naturnah, ruhig und doch beschäftigt), stelle ich fest, dass der Geist deswegen nicht automatisch ruhig und sorgenfrei ist. Man findet immer etwas, über das man sich Sorgen machen könnte - und sei es die Tatsache, dass das Leben so ruhig und glatt dahin läuft. Mit anderen Worten: Glück und innere Ruhe muss man erst mal aushalten können – wer hätte das gedacht! Das ist der typische Ego-Modus, der in uns allen funktioniert. Aber dadurch, dass er bei allen Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen so eindeutig definiert und beobachtet werden kann, ist klar, dass es nicht an den Lebensumständen liegen kann, sondern ein Problem des Geistes ist, ein Wahn-Sinn eben.

Mittlerweile konnte ich drei Hauptgründe ausfindig machen, warum ich (und andere) selbst bei äußerlich günstigen Umständen immer noch nicht dauerhaft einen ruhigen Geist haben:

  • Mein Geist ist nicht im Hier und Jetzt präsent, sondern sorgenvoll mit Vergangenheit oder Zukunft beschäftigt. Probleme aus der Vergangenheit werden als "düstere Drohung" in die Zukunft projiziert ("Selbst wenn jetzt gerade alles gut ist, es könnte ja morgen doch etwas schief gehen! Nichts ist sicher, insbesondere in der Zukunft!"). Siehe dazu auch die Vorträge und Publikationen von Eckhard Tolle.
    Sobald es mir gelingt, ganz präsent im Moment zu sein, fällt alle Unruhe von mir ab. Sobald es mir gelingt, nicht zu grübeln (und das klappt dank Übung immer öfter) und mich nur auf das zu konzentrieren, was gerade in diesem Moment ist, gibt es keine Sorgen und ich stelle fest, dass es mir richtig gut geht – jedes Mal! Noch nicht einmal Hunger habe ich in diesem "Probe-Momenten" jemals gehabt!
     
  • Ich habe nicht genug Vertrauen in die Zukunft, dass sich alles gut entwickelt, dass sich alles gut fügen wird – obwohl es aus meiner Vergangenheit genug Beispiele dafür gäbe und das theoretische Wissen im Kopf vorhanden ist. Die Zweifler-Schleife des Ego-Modus funktioniert phasenweise also noch ganz gut...
     
  • Ich bin es nicht gewohnt, einfach nur zu sein. Nur zu existieren ohne etwas dafür tun zu müssen, hat mich niemand gelehrt und ich habe darin noch zu wenig Übung – bin aber dran. Wir definieren uns zu sehr über das Tun, da wird "einfach sein" im ersten Moment schwierig, weil ungewohnt. "Einfach sein" bedeutet zufrieden sein, mit dem was gerade ist. Nicht an einen anderen Ort eilen, weil es besser wäre schon angekommen zu sein, nicht die Zukunft anstreben, weil es dann hoffentlich besser ist als jetzt gerade. Mit mir selbst und den aktuellen Umständen zufrieden zu sein, so wie sie gerade sind, und mich selbst lieben ohne Wenn und Aber, ohne ein "Aber erst musst Du noch ein bisschen besser werden...". Einfach im Moment aufgehen und ihn ohne weiteres Wollen und Streben genießen, so wie es uns manchmal beim Sonnenuntergang am Meer oder am Gipfel eines Berges gehen mag. Aber dies eben ohne die Abhängigkeit von der äußeren Situation, von innen heraus unter allen Umständen und mehr als einen Moment lang – das ist die Kunst!

Eine scheinbar einfache Ausflucht wäre mehr Arbeiten, mehr Konsum, mehr Ablenkung, mehr..., mehr..., mehr... – sagt das Ego. Aber das habe ich und mit mir und vor mir schon viele Milliarden Menschen ausprobiert, da will ich nicht mehr hin, da ist nichts zu finden außer "Es ist nie genug!". Unsere Welt spiegelt uns ja so deutlich wie noch nie die Folgen dieser von innen getriebenen, unersättlichen Gier nach Mehr wider. Die meisten suchen, wo nichts zu finden ist. Eine Reise ohne Ziel. Eine Suche im Außen ohne die Chance, auch fündig zu werden.

Also beharrlich weiter üben und die Momente inneren Friedens immer weiter ausdehnen...! Die Ursachen (Schattenthemen) sind bei mir im Groben erlöst, jetzt heißt es für mich innerlich ankommen in dem neuen Zustand und sich an dieses Lebensgefühl gewöhnen, das sich so leicht anfühlt, dass man eigentlich fast nie das Gefühl hat zu arbeiten, schon gar nicht gegen Widerstände. Man tut alles gerne und daher fühlt es sich nicht wie Arbeit an. Welchen Merksatz habe ich früher noch gelernt: "Erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen!" Also wenn alles Vergnügen ist, was dann? Mein konditionierter Verstand ist ratlos und folgert: "...dann ist keine Arbeit getan!" Ein kleiner Wahn-Sinn eben, aber überwindbar, nur eine Frage des Übens und der Wiederholung.


zurück zur Übersicht