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”kurz nach-denken” über Zuviel:


Draußen fangen die (konventionellen) Bauern wieder an, ihre Wiesen mit Gülle zu überfrachten – genauso wie die meisten Menschen um mich herum ihr Leben überfrachtet haben. Der Grund: Wir versuchen zu maximieren statt zu optimieren. Das ist mir irgendwann bei mir aufgefallen und ich bin vor über 10 Jahren umgedreht. Dazu gehört ein schlichtes "Nein, es reicht!" zu dem, was uns bisher "normal" oder unumgänglich / notwendig erschien. Ich kenne wenige Menschen, die dieses Nein wie ich gesprochen haben. Keinem ist die Wende in den Schoß gefallen oder der Chef hat es ihnen vorgeschlagen. Sie haben Mut bewiesen mit diesem "Nein", denn innerhalb des gängigen Systems kann nur an den Symptomen gedoktert werden (mal wieder ein schöner Urlaub, ein netter Kino-Film...), aber es gibt keine wirkliche (Er-)Lösung.

Die meisten glauben an das Heil im Vielen statt im Wesentlichen. Und so sind sie - wie die Wiesen - zugeschissen (mit Arbeit, Problemen, unerledigten Aufgaben etc.). Ich kenne das gut von früher. Auf der Strecke bleibt die Zeit für sich selbst, die Zeit für Wesentliches (z.B. Nach-Denken oder Nach-Spüren, Zeit für den Nächsten), die Zeit für Freiräume (z.B. in die Sonne blinzeln). Ich hätte jetzt gerade auch genug Anderes zu tun als ein "kurz nach-denken" zu schreiben, aber nichts Besseres.

Genau wie auf den Wiesen stirbt mit der Überfrachtung im Leben die Vielfalt. Das Leben ist geschäftig, aber irgendwie monoton und arm an Sinn, gewisse Facetten Deines Seins leiden Mangel und blühen nicht mehr, sterben scheinbar sogar ab. Du findest das vielleicht sogar gut, denn was tot ist kann nicht mehr schmerzen. Aber es bleibt die Unruhe und Suche. Die ist nur zu betäuben oder zu verdrängen, aber niemals abzustellen.

Die Umkehr gibt es nicht umsonst ("Ich will so weiter machen wie bisher und zusätzlich mehr schöne Momente erleben."), vergiss es. Ohne Mut zum Paradigmenwechsel ist dieser Frieden einer angekommenen Suche nicht zu haben. Es ist schön, sagen zu können "Ich suche nicht mehr, ich habe gefunden". Es ist schön, keine widerstreitenden Gefühle und Informationen und Erfahrungen mehr zu haben. Das ist ein Gefühl von Harmonie.

Selten erlebe auch ich noch Momente eines Zuviel, aber dann spüre ich auch schnell, dass dies mein wirkliches Leben so klein und eng macht, dass ich es nur noch als kurze vorübergehende Arbeitsspitze akzeptieren möchte. Wäre das Zuviel mehr als nur kurzfristig, würde ich sofort überlegen, wie ich es abbauen kann. Ich habe vieles in meinem Leben zurückgelassen, losgelassen, um nicht mehr Zuviel zu haben. Solange, bis ich heute fast immer alles just in time erledigen kann, also keinerlei Arbeitsrückstand mehr herrscht. Denn jeder Arbeitsrückstand heißt nicht, dass Du noch härter arbeiten sollst, sondern dass man pro Tag viel weniger erledigen kann als man gemeinhin meint. Man hat sich zu viel vorgenommen oder aufbürden lassen! Warum man dies schon so lange (mit)macht und meint, mitmachen zu müssen, das gilt es innen zu klären. Die Antwort ist stets eine andere und tiefere als Du denkst. Und sie ist radikaler und lebensverändernder als Du denkst. Darum wollen diese innere Antwort so viele nicht hören, lieber leiden sie noch ein bisschen.

Also: Entscheide Dich, keiner peitscht und zwingt Dich so gut wie Du selbst. Jeder äußere Umstand hat nur so viel Macht über Dich wie Du ihm zuschreibst. "Ich muss" ist eine Nebelbombe des Egos, schau genau hin. In diesem Sinne, genießt den kommenden Frühling!


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